56. Ord. Bundesparteitag der FDP
Henry Kissinger auf dem Kölner Bundesparteitag der FDP
Europa und die USA stehen vor gemeinsamen Herausforderungen
Der Auftritt des oft als "Reisender in Sachen Weltpolitik" bezeichneten Ex-US-Außenminister Henry Kissinger war am Donnerstag einer der Höhepunkte auf dem 56. Ordentlichen Bundesparteitag der FDP in Köln. Kissinger bezeichnete in seiner Rede die Herausforderungen der Zukunft als die Aufgaben, vor denen Europa und die USA gemeinsam stehen. "Ein starkes Europa ist in unserem gemeinsamen Interesse", so Kissinger. Er richtete sein Augenmerk auch auf den Nahost-Konflikt und die Herausforderungen der Globalisierung.
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Mit Blick auf das Kriegsende am 8. Mai vor 60 Jahren kam dem Gastauftritt von Kissinger eine besondere Bedeutung zu: Die Flucht aus Nazideutschland führte den in Fürth geborenen Heinz Alfred Kissinger nach New York. In den USA angekommen, startete er ein Einwanderer-Bilderbuchkarriere, die ihn bis in das Amt des US-Außenministers führte.
Zu Beginn seiner Rede erläuterte Kissinger, warum er die Einladung für eine Rede auf dem FDP-Bundesparteitag angenommen hat: "Weil mein Freund Otto Graf Lambsdorff mich eingeladen hat." Auch habe er nur die besten Erinnerungen aus seiner aktiven politischen Zeit an die führenden FDP-Politiker Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher.
Ein weiterer Grund: "Weil die internationale Situation uns vor eine Reihe von Optionen stellt, die Europa und die USA zusammen lösen müssen." Deshalb sei es wichtig, dass die transatlantischen Partner wieder zu einer engen Zusammenarbeit zurückfinden, so Kissinger.
Als Beispiele für die Notwendigkeit einer neuen und wieder engeren Kooperation in den transatlantischen Beziehungen nannte Kissinger die Gefahr einer Weiterverbreitung von Atomwaffen und die Lösung des Nahostkonfliktes. Denn bei einer zunehmenden Verbreitung der Atomwaffen werde die nukleare Abschreckung, so wie sie zur Zeit des Kalten Krieges vorherrschte, immer abstrakter. Und dies sei kein "rein amerikanisches Problem", unterstrich Kissinger die Notwendigkeit, dass Europa und Amerika sich gemeinsame Strategien überlegten, welche demokratischen Maßnahmen ergriffen werden können, um die weitere Verbreitung von Atomwaffen zu unterbinden und welche Maßnahmen erforderlich seien, wenn man mit ersterem scheitere.
Mahnend erklärte Kissinger mit Blick auf die Terroranschläge vom 11. September, dass man dafür nur Zeit habe bis zu einer Katastrophe, die vielen Manschen das Leben kosten würde.
Auch im Nahostkonflikt sei ein gemeinsames Handeln erforderlich, so Kissinger: "Amerika und Europa sollten sich auf ein gemeinsames Konzept einigen, um beide Seiten dazu zu bringen, die nötigen Zugeständnisse zu machen." Und mit Blick auf die Globalisierung betonte Kissinger: Keine nation besitzt genug Macht oder Weisheit, um die globale Demokratisierung eigenständig herbeizuführen.




